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Grundlegende Einführung in Vakuumpumpen und Vakuumgeräte

Jul.02.2026

1 Klassifizierung und Anwendung von Vakuumbereichen

Vakuum wird nach Druckhöhe eingeteilt. Jede zehnfache Verbesserung des Vakuumniveaus entspricht einer geringeren Gas-Moleküldichte und einer reineren physikalischen Umgebung und umfasst sämtliche Anwendungsbereiche – von der konventionellen industriellen Verarbeitung bis hin zur Spitzenforschung in der Grundlagenphysik.

  • Grobes Vakuum (10⁵ bis 10² Pa) Anwendungen: Materialhandhabung mittels industrieller Saugnapfen, vakuumverpackte Lebensmittel, Vakuumformen, grobes Vakuumfiltrieren sowie andere allgemeine zivile und leichte industrielle Prozesse.
  • Mittleres Vakuum (10² bis 10⁻¹ Pa) Anwendungen: Vakuumglühwärmebehandlung, Vakuumgefriertrocknung von Materialien, Vakuumdestillation und -reinigung in der chemischen Industrie, Vakuumimprägnierung von Werkstücken.
  • Hochvakuum (10⁻¹ bis 10⁻⁵ Pa) Anwendungen: Optische und Magnetron-Sputterbeschichtung, Elektronenmikroskopie, vakuummetallurgische Schmelzverfahren, Herstellung halbleiterbasierter Bauelemente.
  • Ultra-Hochvakuum (UHV, 10⁻⁵ Pa) Anwendungen: Oberflächenphysikalische Analyse (REM/XPS), Teilchenbeschleuniger-Kammern, Simulation der Weltraumumgebung für Luft- und Raumfahrtanwendungen, Vakuumkammern für Kernfusionsanlagen.
  • Extrem-Hochvakuum (XHV, 10⁻⁹ Pa) Anwendungen: Gravitationswellendetektoren, hochmoderne Grundlagenphysik-Experimente, Forschung an ultrareinen Oberflächen, Herstellung von hochpräzisen Instrumenten.

2 Allgemeiner Klassifizierungsrahmen für Vakuumpumpen

Als Kernkomponenten für die Vakuumerzeugung werden Vakuumpumpen nach drei Kriterien klassifiziert: Funktionsprinzip, Arbeitsdruckbereich sowie Dicht-/Schmiermedium. Bei der Modellauswahl ist eine umfassende Bewertung der Reinheitsanforderungen, des gewünschten Vakuumniveaus, der Fördergeschwindigkeit und der Produktionskosten erforderlich.

2.1 Klassifizierung nach Funktionsprinzip

  • Gasförderpumpen Gas wird kontinuierlich durch mechanische Bewegung gefördert und stellt die am weitesten verbreitete Pumpenkategorie in der Industrie dar. Sie unterteilt sich weiter in Verdrängerpumpen (Drehkolbenpumpen, Hubkolbenpumpen) und Impulsübertragungspumpen (Turbomolekularpumpen, Strahlpumpen).
  • Fangpumpen Gas-Moleküle werden durch kryogene Adsorption oder chemische Reaktionen immobilisiert, ohne dass ein kontinuierlicher Gasaustritt erfolgt; sie werden hauptsächlich in Ultrahochvakuum- (UHV) und Extremhochvakuum- (XHV) Umgebungen eingesetzt. Typische Vertreter sind Kryopumpen und Sputter-Ionenpumpen.

2.2 Klassifizierung nach Arbeitsdruckbereich

  • Vorpumpen / Grobvakuumpumpen : Evakuierung des atmosphärischen Drucks, um ein initiales Grobvakuum herzustellen; dient als Grundbaustein aller Vakuumsysteme.
  • Hauptverdichter : Erzeugen das für technologische Prozesse erforderliche Hoch- bzw. Ultrahochvakuum und fungieren als primäre Vakuumquelle der Anlage.
  • Drucksteigerungspumpen : Werden in Reihe zwischen Vorvakuumverdichtern und Hauptverdichtern installiert, um die Förderleistung im Bereich des mittleren Vakuums zu verbessern; Roots-Verdichter sind der repräsentative Typ.

2.3 Klassifizierung nach Dicht- und Schmiermedium

  • Ölgedichtete Vakuumpumpen : Vakuumöl übernimmt die Dichtung und Schmierung; zeichnen sich durch hohe Fördergeschwindigkeit und niedrige Beschaffungskosten aus. Nachteilig ist die Rückströmung von Öldampf, weshalb Öldampfabscheider erforderlich sind. Geeignet für Anwendungen in Metallurgie, mechanischer Bearbeitung und anderen Bereichen mit nicht besonders strengen Sauberkeitsanforderungen.
  • Trockene Vakuumpumpen ölfreie Dichtung und Schmierung eliminieren Öl-Dampf-Kontamination vollständig und vereinfachen die Wartung nach dem Betrieb. Sie sind die bevorzugte Wahl für Prozesse mit hoher Reinheitsanforderung, wie z. B. die Halbleiterfertigung, die pharmazeutische Produktion und das Präzisionsbeschichten.

3 gängige Verdrängervakuumpumpen

3.1 Ölgeschmierte Drehschieberpumpen

3.1.1 Funktionsprinzip und Aufbau

Wesentliche Komponenten bestehen aus einem Stator, einem exzentrischen Rotor und elastischen Lamellen. Spezielles Vakuumschmieröl füllt den Pumpenraum und bildet einen Ölfilm, um mechanische Spalte abzudichten und Schmierung zu gewährleisten. Die Rotation erzeugt eine Fliehkraftbewegung der Lamellen, wodurch nacheinander Saug-, Kompressions- und Ausstoßphasen durchlaufen werden. Zweistufige Drehschieberpumpen nutzen eine Serienkompression, um im Vergleich zu einstufigen Modellen ein besseres Endvakuum zu erreichen. Zubehör: Gasbalastventil – Trockene Luft wird in die Kompressionskammer eingeleitet, um den Partialdruck des Wasserdampfs zu senken und so eine Kondensation des Dampfs sowie eine Kontamination des Öls bei wasserdampfbelasteten Prozessen zu verhindern.

3.1.2 Leistungsmerkmale

Die Fördergeschwindigkeit bleibt über einen breiten Druckbereich stabil und nimmt allmählich ab, wenn der Einlassdruck sinkt. Zweistufige Geräte erreichen einen Enddruck von 10⁻³ bis 10⁻⁴ Pa und sind daher die primäre Ausrüstung für Grob- und Mittelvakuum sowie Standard-Vorpumpen für Hochvakuum-Systeme.

3.1.3 Anwendungen und Auswahlkriterien

  • Typische Anwendungen: Vor-evakuierung für alle Hochvakuum-Systeme, Kältemittelfüllung für Kälteanlagen, Gefriertrocknung von Lebensmitteln, Vakuumverpackung elektronischer Komponenten, grundlegende Beschichtungsprozesse.
  • Auswahlkriterien: Effektive Saugleistung (bestimmt die Evakuierungszeit), Enddruck, Gasballast-Ausführung, Öldampf-Abscheideeinrichtung.
  • Betriebliche Einschränkungen: Für prozesskritische Reinheitsanforderungen müssen Kältefallen oder Molekularsiebe installiert werden, um das Zurückströmen von Öl zu verhindern; Vorfilter sind zwingend erforderlich bei staubbeladenen Gasströmen; korrosive sowie brennbare/explosive Gase dürfen ohne vorgeschaltete Aufbereitungseinheiten nicht direkt gefördert werden.

3.2 Roots-Pumpen (Vorvakuumverstärker)

3.2.1 Funktionsprinzip

Ein Paar achtförmiger Rotoren im Pumpeninnenraum dreht sich synchron in entgegengesetzte Richtungen, angetrieben durch präzise Synchronisationszahnräder ohne physikalischen Kontakt, wobei das Gas durch periodische Volumenänderung gefördert wird. Innerhalb des Pumpenkörpers findet keine interne Kompression statt; der Auslassdruckunterschied wird vollständig von Vorvakuum-Pumpen (Drehflügel-Pumpen oder trockene Pumpen) bereitgestellt. Daher müssen Roots-Pumpen stets in Serie mit Vorvakuum-Pumpen als Pumpensatz betrieben werden. Ein internes Bypass-Ventil entlastet den Druck automatisch, sobald der Druckunterschied den Schwellenwert überschreitet, um eine Überhitzung und Verklemmung der Rotoren zu vermeiden. Jede Roots-Pumpe weist ein kritisches Kompressionsverhältnis auf; tritt das tatsächliche Druckverhältnis diesen Grenzwert überschreitet, kommt es zu einem Gasrückstrom.

3.2.2 Leistungsmerkmale

Bietet im mittleren Vakuumbereich von 10³ bis 10⁻² Pa eine stabile, hohe Fördergeschwindigkeit und steigert dadurch signifikant die gesamte Pump-Leistungsfähigkeit kombinierter Vakuumsysteme als Standard-Booster-Ausrüstung.

3.2.3 Anwendungen und Auswahlkriterien

  • Typische Anwendungen: Vakuummetallurgische Schmelzprozesse, optische/elektronische Vakuumbeschichtung, Vakuum-Wärmebehandlung von Werkstücken, schnelle Evakuierung großer Vakuumkammern.
  • Auswahlkriterien: Das Pumpgeschwindigkeitsverhältnis zwischen Roots-Pumpe und Vorvakuum-Pumpe sollte 5:1 bis 10:1 betragen; Anfahr- und kontinuierlicher Betriebsdruckunterschied müssen streng kontrolliert werden; bei hochleistungsfähigem Dauerbetrieb wird Wasserkühlung eingesetzt, während bei kleineren und mittleren Lastbedingungen Luftkühlung ausreichend ist.

3.3 Serie trockener Vakuumpumpen (ölfreie, saubere Pumpen)

Trockene Pumpen arbeiten ohne ölbasierende Abdichtung oder Schmierung und eliminieren dadurch vollständig Öl-Dampf-Kontaminationen; sie eignen sich daher für hochreine Anwendungen wie Halbleiterfertigung, pharmazeutische Produktion und präzise analytische Instrumente. Im Folgenden sind vier gängige Typen aufgelistet:

  • Klauenpumpen Gas wird in mehreren Stufen durch ein Paar sich nicht berührender klauenförmiger Rotoren verdichtet. Charakterisiert durch einen stabilen Betrieb, Toleranz gegenüber geringen Mengen partikulärem Staub und optionaler Stickstoffspülung zum Explosionsschutz; geeignet für einen 24-Stunden-Dauerbetrieb im Grob- und Mittelvakuum.
  • Trockene Schraubenpumpen Zwei Schraubenrotoren greifen ineinander, um eine isotherme Kompression zu realisieren, wodurch hohe Kompressionsverhältnisse in einer einzigen Stufe mit direktem Austritt in die Atmosphäre erreicht werden. Die Pumpenkammern können mit korrosionsbeständigen Materialien beschichtet werden, um Prozessströme mit Dampf und korrosiven Gasen zu handhaben; weit verbreitet in der Halbleiterätzung, der CVD-Dünnschichtabscheidung, der Photovoltaikbeschichtung und der pharmazeutischen Gefriertrocknung.
  • Trockene Spiralpumpen Die relative Orbitbewegung zwischen feststehender und orbitierender Scrollplatte erzeugt kontinuierliche Kompressionskammern. Aufgrund ihres kompakten Bauraums, der geringen Geräusch- und Vibrationsentwicklung sowie der niedrigen Ausfallrate eignen sich Scrollpumpen ideal für Labor-Massenspektrometer, Helium-Lecksuchgeräte und andere kleine Präzisionsinstrumente.
  • Mehrstufige Roots-Trockenpumpen Mehrere Paare von Roots-Läufern sind in Serie geschaltet, um eine gestufte Gasverdichtung zu ermöglichen; dies liefert eine hohe Fördergeschwindigkeit und ermöglicht den direkten Austritt ins Atmosphärische – sie werden daher breit in großtechnischen Produktionslinien der Halbleiter- und Photovoltaikindustrie eingesetzt.

4 Impulsübertragungs-Vakuumpumpen (Hauptpumpen für Hochvakuum)

4.1 Turbomolekularpumpen

4.1.1 Funktionsprinzip

Mehrstufige Hochgeschwindigkeits-Laufschaufeln und stationäre Leitschaufeln sind abwechselnd angeordnet. Die Läufer drehen sich mit Zehntausenden Umdrehungen pro Minute und übertragen durch Kollision Impuls auf Gasmoleküle, um den gerichteten Gasstrom anzutreiben. Die meisten kommerziellen Konstruktionen verwenden eine zusammengesetzte Turbinen-Holweck-Struktur, um hohe Pumpgeschwindigkeit und hohes Kompressionsverhältnis auszugleichen. Das Kompressionsverhältnis ist für schwere Gase wie Argon extrem hoch, jedoch relativ niedrig für leichte Gase (Wasserstoff, Helium), weshalb eine Vor-evakuierung mittels passender Vorpumpen erforderlich ist. Zwei Lagerkonfigurationen stehen zur Verfügung: kostengünstige mechanische Lager mit Schmierung durch Fettkissen/Ölwickel sowie fortschrittliche vollständig magnetisch gelagerte Lager mit berührungsloser Funktion, geringer Vibration und verlängerter Lebensdauer.

4.1.2 Anwendungen und Auswahlrichtlinien

Der ultimative Vakuumbereich reicht von 10⁻² bis 10⁻⁹ Pa. Ölfreie und saubere Turbomolekularpumpen dienen als zentrale Hauptpumpe für Hochvakuumprozesse, darunter PVD-Beschichtung in der Halbleiterindustrie, Transmissionselektronenmikroskopie (TEM) und Rasterelektronenmikroskopie (REM), Massenspektrometrie sowie Raumfahrtsimulationskammern. Wichtige Auswahlkriterien: Abstimmung der Vorpumpe auf die Förderleistung, Begrenzung des maximalen Einlassdrucks, um Überlastung zu vermeiden, Wasserkühlung bei leistungsstarken Modellen, Schwingungsisolation und magnetische Abschirmung bei der Installation. Eine direkte Exposition gegenüber Atmosphärendruck ist untersagt, da dies zu einer dauerhaften Beschädigung der Turbinenschaufeln führt.

4.2 Öldiffusionspumpen

4.2.1 Funktionsprinzip

Silikonöl oder Polyphenylether als Arbeitsflüssigkeit werden erhitzt, um überschallgeschwindige, gerichtete Dampfstrahlen zu erzeugen, die Gasmoleküle durch viskose Kollision mitreißen und komprimieren, um das Pumpen zu ermöglichen. Eine mehrstufige Düsenfraktionierung unterdrückt das Zurückströmen des Öls. Das Fehlen beweglicher mechanischer Komponenten gewährleistet einen stabilen Betrieb, geringe Wartungskosten, eine hohe Pumpgeschwindigkeit sowie ein hohes Preis-Leistungs-Verhältnis. Der wesentliche Nachteil ist das Zurückströmen von Öldampf, weshalb Kältetraps oder hochwirksame Baffelsysteme zum Schutz der Vakuumkammer erforderlich sind.

4.2.2 Anwendungen und Auswahlrichtlinien

Erreicht ein Endvakuum von 10⁻⁶ bis 10⁻⁹ Pa und wird breit für großflächige dekorative Beschichtungen, optische Linsenbeschichtungen, Vakuum-Wärmebehandlungsöfen sowie große Raumfahrt-Simulationskammern im Vakuum eingesetzt. Auswahlkriterien: Abstimmung auf den Nenndurchmesser der Kammer; integriertes temperaturgesteuertes Heizsystem; als Vorvakuumstufe ist ein Roots-Drehkolben-Pumpensatz erforderlich, um ein Vorvakuum unterhalb von 10 Pa aufrechtzuerhalten. Silikonöl wird für Hochvakuum-Anwendungen bevorzugt, während Mineralöl auf industrielle Prozesse mit geringeren Anforderungen beschränkt ist. Branchentrend: Turbomolekular-Trockenpumpen ersetzen schrittweise Öldiffusionspumpen in präzisen Halbleiterfertigungslinien; Öldiffusionspumpen bleiben jedoch für Großvolumenkammern und industrielle Prozesse mit mittleren Reinheitsanforderungen aufgrund ihrer hohen Förderleistung und wirtschaftlichen Vorteile unverzichtbar.

4.3 Dampfstrahlpumpen

Hochdruckdampf wird durch eine Lavaldüse in einen Überschallstrahl umgewandelt, der das Zielgas ansaugt und mit ihm vermischt, um die Förderung zu ermöglichen. Da Strahlpumpen keine beweglichen mechanischen Teile enthalten, weisen sie eine extrem niedrige Ausfallrate auf und können Gasströme mit Partikeln, korrosiven Medien sowie brennbaren bzw. explosiblen Stoffen direkt verarbeiten. Durch mehrstufige Serienschaltung lassen sich Grobvakuumniveaus im Bereich von mehreren hundert Pascal erreichen. Wichtige Anwendungsgebiete umfassen die Vakuumdestillation in der Petrochemie, die Vakuumraffination von geschmolzenem Stahl in der Metallurgie, die großtechnische Vakuumtrocknung von Materialien sowie Vakuumsysteme in Kraftwerken. Auswahlparameter: Dampfdruck und -verbrauch, Kühlwasserdurchfluss sowie individuell angepasstes Pumpenmaterial entsprechend der Korrosivität des Gases und der Verarbeitungskapazität.

5 Erfassungspumpen für Ultrahochvakuum

5.1 Kryopumpen

5.1.1 Funktionsprinzip

Ein G-M-Kryokühler erzeugt zweistufige kryogene Kühlplatten: Die Primärstufe (50–80 K) bindet Wasserdampf und Kohlenwasserstoffe; die Sekundärstufe (10–15 K) kondensiert Stickstoff, Sauerstoff und Argon. Aktivkohle, die auf den sekundären Kühlplatten aufgetragen ist, adsorbiert leichte Gase wie Wasserstoff und Helium durch physikalische Adsorption. Sobald die Kühlplatten mit adsorbiertem Gas gesättigt sind, werden sie zur Regeneration und Wiederherstellung der Pumpkapazität auf 100–200 °C erhitzt; der Betrieb erfolgt ölfrei und ohne Rückströmung während des gesamten Zyklus.

5.1.2 Anwendungen und betriebliche Spezifikationen

Der ultimative Vakuumdruck erreicht 10⁻⁹ Pa und wird in der Halbleiter-Ionenimplantation, im Magnetron-Sputtern, bei der optischen Verdampfungsbeschichtung, in der Kernfusion sowie in der Oberflächenphysikforschung eingesetzt. Vor dem Hochfahren müssen Vorvakuum-Pumpen die Kammer auf unter 1 Pa entlüften und das gesamte Vakuumsystem vollständig trocknen; ein direktes Hochfahren unter hohem Druck mit reichlich Wasserdampf führt zu Vereisung des Kaltkopfs und zu dauerhaften Schäden. Auswahlkriterien umfassen die thermische Belastung der Kammer, die Dauer des Regenerationszyklus sowie das Design der Rückströmungssperre.

5.2 Sputter-Ionenpumpen

5.2.1 Funktionsprinzip

Die Penning-Entladung wird durch orthogonale elektromagnetische Felder induziert, um Gas-Moleküle zu ionisieren. Hochenergetische Ionen bombardieren Titan-Kathoden, wodurch frische, aktive Titanschichten durch Sputtern abgetragen werden. Reaktive Gase bilden stabile Verbindungen durch chemische Reaktion mit den Titanschichten, während Wasserstoff und andere leichte Gase in den Titan-Kristallgittern eingefangen werden. Ohne rotierende mechanische Teile gewährleisten Ionenpumpen einen vibrationsfreien Betrieb mit vollmetallischer, ölfreier Dichtung und einer extrem langen wartungsfreien Laufzeit. Einschränkung: Geringe Fördergeschwindigkeit für Edelgase (He, Ar), weshalb eine ergänzende Kombination mit Titan-Sublimationspumpen oder Kryopumpen erforderlich ist.

5.2.2 Anwendungen und Auswahlrichtlinien

Ultimatvakuum kann bis zu 10⁻¹¹ Pa erreicht werden und eignet sich für Elektronenmikroskope, Teilchenbeschleuniger, XPS-/AES-Oberflächenanalysegeräte sowie Einrichtungen für extrem hochvakuumtechnische Forschung. Integrierte Permanentmagnete erzeugen Streufelder, weshalb ein sicherer Installationsabstand von präzisen Elektronenstrahlgeräten eingehalten werden muss. Vor dem Start ist eine Vorevakuation auf 10⁻² Pa zwingend erforderlich. Das direkte Absaugen von Staub und Kohlenwasserstoffdampf ist verboten, um eine Vergiftung der Elektroden und einen Ausfall zu verhindern.

5.3 Titan-Sublimationspumpen (TSP) und nichtverdampfende Getterpumpen (NEG)

Beide dienen als Hilfspumpen für UHV-/XHV-Systeme und werden üblicherweise in Kombination mit Ionenpumpen und Kryopumpen eingesetzt:

  • Titan-Sublimationspumpen (TSP) : Titan-Filamente oder -Pellets werden mittels hoher Stromstärke erhitzt, wodurch Titanatome sublimieren und sich als Adsorptionsfilm an kalten Wänden niederschlagen, um reaktive Gase zu binden. Der Betrieb erfolgt intermittierend mit periodischer Regeneration; Methan und Edelgase können nicht abgepumpt werden.
  • Nichtverdampfende Getterpumpen (NEG) : Die Zr-V-Fe-Legierung wird bei 400–450 °C aktiviert, um poröse Strukturen zu bilden, wodurch die chemische Adsorption von Wasserstoff, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Wasserdampf bei Raumtemperatur ermöglicht wird. Schwingungsfrei und ölfrei mit verlängerter Lebensdauer; unwirksam gegenüber Methan und Inertgasen. Hauptanwendungen: Speicherringe für Synchrotronstrahlung, Teilchenbeschleuniger und hochwertige Halbleiterausrüstung; dient zum Aufbau sauberer UHV-/XHV-Systeme und gewährleistet eine stabile Strahlqualität sowie experimentelle Zuverlässigkeit.

6 Allgemeine Auswahlmethodik für Vakuumpumpen

Die Auswahl einer Vakuumpumpe darf sich nicht allein auf das Zielvakuumniveau stützen; es ist eine mehrdimensionale Querbewertung erforderlich:

  • Zielvakuumniveau : Wählen Sie Hauptpumpe und Vorpumpe entsprechend der Einteilung in Grob-/Mittel-/Hoch-/Ultra-Hochvakuum gemäß den technologischen Prozessen aus.
  • Reinheitsstandards : Trockenpumpen, Kryopumpen und Ionenpumpen haben Priorität in der Halbleiter-, Pharmazeutik- und Präzisionsanalytikindustrie; ölgelagerte Drehschieberpumpen und Öldiffusionspumpen sind für die Metallurgie, Verpackungsindustrie und großflächige industrielle Beschichtung mit weniger strengen Sauberkeitsanforderungen akzeptabel.
  • Prozessgasbedingungen : Drehschieberpumpen mit Gasballast für wasserdampfhaltige Ströme; Vorfilter für staubhaltige Gase; korrosionsbeständige trockene Schraubenpumpen für korrosive Medien; Integration von Kryopumpen bei hohen Inertgaslasten; explosionsgeschützte Stickstoffspül-Ausführungen für brennbare und explosionsfähige Medien.
  • Pumpgeschwindigkeitsabstimmung : Ein größeres Kammervolumen und eine höhere Leckrate erfordern eine höhere Pumpgeschwindigkeit; zwischen Roots-Hebelpumpen und Vorpumpen muss ein Pumpgeschwindigkeitsverhältnis von 5:1 bis 10:1 eingehalten werden; Turbomolekularpumpen und Kryopumpen benötigen abgestimmte Vorpumpen-Durchsatzleistungen.
  • Investitions- und Wartungskosten ölgedichtete Drehschieberpumpen bieten geringe Anschaffungskosten für kurzfristigen, intermittierenden Betrieb; Trockenpumpen sind optimal für langfristigen, kontinuierlichen, sauberen Produktionsbetrieb; Öldiffusionspumpen sind kostengünstig für große Vakuumkammern mit mittleren Reinheitsanforderungen; Scroll-Trockenpumpen eignen sich für kleine Laborgeräte.

Zusammenfassend beruhen Vakuumtechnologien auf kombinierten Konfigurationen verschiedener Pumpentypen, um die gesamte industrielle Kette – von der Grundfertigung bis zur Spitzenforschung in der Grundlagenphysik – abzudecken. Stetige Verbesserungen des Erreichbaren Vakuumniveaus und der Umgebungsreinheit treiben die technologische Weiterentwicklung in Bereichen wie Fertigung, Materialwissenschaft, Halbleiterindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie Grundlagenphysik voran.

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